Heilpflanzenkolumne

Der Wiesensteig ist nicht nur ein wunderschöner Genießerpfad, hier wachsen auch allerlei Kräuter und Heilpflanzen.

Welche das genau sind und zu welcher Jahreszeit sie am Wiesensteig blühen und wachsen, das beschreibt Andrea Fahrion-Haas, unsere Kräuter- und Heilpflanzenexpertin.

Was blüht denn im April am Wiesensteig?

Man muss schon ganz genau hinschauen, wenn man ihn in der Blütenpracht des Wiesensteigs entdecken will! Unauffällig, aber doch sehr eigenwillig zeigt sich der Spitzwegerich mit seinen lanzettenförmigen Blättern und der braun-weißen Blüte.

Der Spitzwegerich in der Medizin

Die bekannteste Wirkung zielt auf die Bronchien, denn Spitzwegerichsaft wirkt lindernd bei Reizhusten. Gleichzeitig erleichtert er den Abtransport des Bronchialsekretes. Er ist ein wunderbares Heilmittel bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, denn die Schleimstoffe des Spitzwegerichs umhüllen die empfindlichen Hals- und Rachenschleimhäute.

Hier ein einfaches Hustensaft-Rezept:

Eine Handvoll frische Spitzwegerichblätter mit 3 Esslöffeln Wasser pürieren und drei Esslöffeln Honig vermischen. Dieser Sirup ist im Kühlschrank aufbewahrt 3 bis 4 Tage haltbar. Dosierung: mehrmals täglich einen Teelöffel im Mund zergehen lassen.

Tipp: Verwenden Sie einen dunklen Tannenhonig aus dem Schwarzwald! Dann ist die Hustenmischung nochmal so effekitiv!

Auch bei Insektenstichen und wird Spitzwegerich gerne eingesetzt. Dazu die Blätter zerreiben und den austretenden Saft auf die Stichstelle tropfen. Schmerz und Juckreiz lassen nach und der Stich kann abschwellen.

Spitzwegerich - kulinarischer Tipp

Kräuterkenner schwärmen von feinen Pilzgeschmack des Spitzwegerichs. Probieren Sie es doch mal mit einer "Falschen Pilz-Suppe". So wird's gemacht:

Einen Esslöffel Butter erhitzen, zwei Esslöffel Mehl darin andünsten. Mit 1 Liter Gemüsebrühe ablöschen und unter ständigem Rühren aufkochen. Zwei Hände voll zarte Spitzwegerichblätter grob hacken, in die Suppe geben und kurz pürieren. Einen Becher Creme fraîche unterrühren. Eine Prise Muskat rundet den Geschmack ab!

Ihre Andrea Fahrion-Haas

P.S.: Haben Sie auf einer Wanderung schon einmal schmerzhafte Bekanntschaft mit Brennesseln gemacht? Auch da können frisch zerriebene Spitzwegerichblätter helfen — Sie lindern den brennenden Schmerz!

 

Teil 1 der Kolumne: Die Schlüsselblume

Teil 2 der Kolumne: Der Löwenzahn

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